Bewährte Methoden

 

Seit den 1980er Jahren entwickelten sich bis heute zahlreiche Verfahren, um den Austausch in großen Gruppen zu fördern und gemeinsame Arbeitsergebnisse zu erzielen. Wir stellen Ihnen fünf bedeutende Ansätze vor, die sich in der Praxis über Jahre bewährt haben. Alle Verfahren werden weltweit eingesetzt. Congress in motion ® integriert Elemente all dieser bewährten Verfahren.

 

„Posten, liken, vernetzen“ – Großgruppenveranstaltungen mit interaktiven IT-Tools

Ganz nach dem Motto: „Bring your own device“ setzen wir im Rahmen unseres Großgruppenkonzepts congress in motion ® nun verstärkt interaktive Technologien ein.

 

Eine gute und einfache Möglichkeit, Teilnehmer interaktiv an einer Veranstaltung zu beteiligen, bietet das Online-Event-Tool „sli.do“. Sli.do ist eine webbasierte Applikation, welche die Teilnehmer ganz einfach über den Webbrowser aufrufen. Über einen eigens für die Veranstaltung festgelegten Event-Code können die Teilnehmer sich über ihre Smartphones oder Tablets einloggen und damit: 

  • an Live-Abstimmungen teilnehmen,
  • Fragen an die Redner / Moderatoren stellen und
  • ihre Eindrücke und Gedanken zur Veranstaltung mit anderen teilen.

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Zukunftskonferenz – Ziele und Wege erarbeiten und verbindlich machen
Zukunftskonferenzen wurden von Marvin Weisbord und Sandra Janoff 1982 in den USA entwickelt. Nach einem festen Schema arbeiten bis zu hundert Menschen eines Unternehmens, einer Organisation oder Gemeinschaft ein bis drei Tage an ihrer gemeinsamen Zukunft. Die Beteiligten bilden einen Querschnitt des Systems ab. Zukunftskonferenzen finden häufig im öffentlichen Bereich statt (etwa in Städten, Gemeinden, Schulen, Kirchen) und beschäftigen sich mit gesellschaftlichen Fragen wie dem Gesundheitswesen, mit Umweltthemen, der Stadtentwicklung oder aktuellen Konflikten. Im Fokus steht auch bei sehr unterschiedlichen persönlichen Auffassungen der wertschätzende Umgang.

Die vier Grundprinzipien lauten:

  • das ganze System in einem Raum
  • global denken – lokal handeln
  • Konzentration auf die Zukunft
  • Gruppenarbeit in Eigenregie

Open Space – die Kaffeepause zur Konferenz machen
Bei einer klassisch organisierten Konferenz beobachtete Harrison Owen – Begründer des Open Space – im Jahr 1983 Teilnehmer, die während der Vorträge und Diskussionen oft träge und gelangweilt waren. In den Kaffeepausen hingegen unterhielten sie sich angeregt, waren engagiert und interessiert, tauschten sich zielgerichtet aus. Hier entstanden offenbar die besten Ideen. Harrison Owen entwickelte daraus den Gedanken, eine ganze Konferenz nach den Regeln der Kaffeepause zu organisieren.

In der Startphase setzen sich die Teilnehmer in einen Stuhlkreis, der symbolisiert, dass Beiträge von allen erwünscht sind. Hierarchie, Berufsfeld oder Abteilung spielen keine Rolle. Open Space ist damit eine kreative und offene Methode, gleichzeitig das teilnehmerorientierteste unter den gängigen Großgruppenverfahren.

Es werden keine Themen zur Bearbeitung vorgegeben. Die Verantwortlichen formulieren lediglich eine Leitfrage und laden die Teilnehmer ein, ihre Anliegen vorzubringen. Die zwei Säulen der Arbeit sind Leidenschaft und Verantwortung. Beides brauchen die Teilnehmer zur aktiven Gestaltung: Leidenschaft, die sie mobilisiert und Verantwortungsgefühl, das die Umsetzung voranbringt.

Appreciative inquiry (AI) – wir erkunden unsere Stärken
Appreciative Inquiry lässt sich grob als „wertschätzende Erkundung“ übersetzen. Diese Methode wurde von David Cooperrider und Diana Whitney Ende der 80er Jahre in USA entwickelt und wird seit Mitte der 1990er Jahre weltweit eingesetzt.

Die Teilnehmer beschäftigen sich mit herausragenden Erlebnissen und besonderen Erfolgen in ihrer Organisation und erzählen sich dazu gegenseitig Geschichten. Nicht die Analyse oder der Blick auf die Probleme steht im Mittelpunkt, sondern die „Juwelen“ sind das Entscheidende. Die Teilnehmer gehen auf die gemeinsame Suche nach dem Besten in ihrer Organisation, um diese Stärken gezielt für die Weiterentwicklung zu nutzen. Gleichzeitig berücksichtigt AI die Erkenntnis, dass Menschen sich leichter für Veränderungsprozesse öffnen, wenn sie Teile der Vergangenheit mitnehmen und damit Bekanntes bewahren dürfen.

Real Time Strategic Change (RTSC) – Strategien in Maßnahmen umsetzen
RTSC (entwickelt von Kathleen Dannemiller, 1994) wird häufig mit „Strategische Veränderung in Echtzeit“ übersetzt. RTSC-Konferenzen machen es möglich, mit mehreren 100 Menschen innerhalb einer Organisation am selben Ort einen strategischen Richtungswechsel zu erreichen und Zukunft gemeinsam zu planen. Von der Geschäftsleitung erarbeitete Visionen und strategische Ziele werden gemeinsam mit den betroffenen Mitarbeitern überarbeitet. Ziel ist es, möglichst viele Mitarbeiter dafür zu gewinnen und die neue Strategie gleichzeitig auf breiter Basis anzustoßen. Im Gegensatz zu anderen Großgruppenverfahren wird das Ziel nicht von den Teilnehmern selbst erarbeitet.

Erlebnisorientierte Bausteine unterstreichen die Zielsetzung der Konferenz. Sie bilden ein wichtiges Herzstück, das allerdings immer in Verbindung mit dem jeweiligen Veränderungsvorhaben steht und nicht als Selbstzweck dient.

World Café – die Kraft des Gesprächs nutzen
Die Idee des World Café stammt aus Kalifornien von Juanita Brown und David Isaacs. Die Teilnehmer kommen in einer Atmosphäre wie in einem Straßencafé zusammen. Kleine Tischchen mit vier oder fünf Stühlen beherrschen das Bild. Papiertischdecken mit bunten Stiften ermöglichen es, Gedanken festzuhalten, kurze Kommentare zu schreiben oder kleine Bilder zu malen.  Diese besondere Ausstattung und Atmosphäre ist Grundlage der Methode, bei der die  Teilnehmer in lockeren, aber dennoch intensiven Gesprächen zusammen kommen. Durch die Gespräche in wechselnden Café-Runden tragen die Teilnehmer Gedanken, Ideen und Erfahrungen von einer zur nächsten Gruppe. Damit verbinden sich die  Ideen und Meinungen und es entstehen neue Erkenntnisse.

 
 
 

BarCamp - Großgruppenkonzept mit Web 2.0

BarCamp ist ein offenes Großgruppenformat, das soziale Medien nutzt. Quasi die Weiterentwicklung des open space mit neuen technischen Möglichkeiten.