Demografischer Wandel: Leistungs- und Innovationsfähigkeit sichern

Wir werden immer weniger und immer älter. In den Unternehmen steigt damit das durchschnittliche Alter der Belegschaften an. Im Jahr 2020 werden z.B. ca. 40% aller Erwerbspersonen älter als 50 Jahre sein. Aufgrund der niedrigen Geburtenrate stehen weniger junge Leute dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.

Wie können Sie die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit Ihres Unternehmens im Zeichen des demografischen Wandels erhalten und ausbauen?

Im ersten Schritt geht es darum, die aktuelle Situation zu analysieren:

  • Kennen Sie die Altersstruktur Ihres Unternehmens oder des Bereichs, der für Sie im Fokus steht?
  • Welche besonderen Arbeitsplatzanforderungen (z.B. vorwiegend körperliche Arbeit, hohe räumliche Flexibilität etc.) sind bei Ihnen gegeben?
  • Wie sind die Kompetenzen Ihrer MitarbeiterInnen verteilt?
  • Wie sieht es aus mit der Fluktuation? Wie hoch ist Ihre Fehlzeitenquote?
  • Wie lautet die Strategie Ihres Unternehmens? Was müssen MitarbeiterInnen mitbringen, damit sie dazu passen?

Die Handlungsfelder (s. Grafik) geben einen ersten Überblick über mögliche Ansatzpunkte:





Beispiele und Initiativen aus der Praxis

 

Familienbewusste Führung

Initiative für Beschäftigung (IfB!)

Die Initiative für Beschäftigung ist die größte konzertierte Aktion der deutschen Wirtschaft zur Senkung von Arbeitslosigkeit und Förderung von Beschäftigung.
 
Karin Dittrich-Brauner, P.f.O. GmbH, moderiert den Themenkreis Vereinbarkeit von Beruf und Familie innerhalb der IfB! seit mehreren Jahren. In diesem Themenkreis arbeiten Vertreter der Unternehmen, die in Deutschland führend innovative Konzepte zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf umsetzen und ihre best-practice-Erfahrungen weitergeben wollen. Unter Leitung der BASF beteiligen sich Volkswagen, Vattenfall, die Frankfurter Entsorgungs- und Service Gesellschaft, Roland Berger Strategy Consultants, Daimler, Moderne Industrietechnik, MVV Energie, SAP, syscovery, WDR mediagroup, Wintershall Holding und Boehringer Ingelheim an diesem Austausch.
 
Der Themenkreis setzt sich z.B. mit Strategien und Tools zur Entwicklung einer familienbewussten Führungskultur auseinander. Ergebnis ist einerseits ein Strukturvorschlag, wie familienbewusstes Führen im Unternehmen bewertet und verbessert werden kann. Andererseits sammelten die Teilnehmer eine Fülle von praktischen Beispielen wie Unternehmen ein solches Führungsverhalten umsetzen und damit ihre Vereinbarkeitskultur weiterentwickeln. Die Vereinbarkeit von Kindererziehung und Berufstätigkeit ist dabei nicht die einzige Herausforderung. Die Pflege von Angehörigen, Aufgaben in der Familie, weitere private Interessen oder gesellschaftliches Engagement können im Lebensverlauf immer wieder Konflikte zur Berufstätigkeit auslösen, die bewältigt werden müssen.

Der Themenkreis hat eine Broschüre zu familienbewusstem Führen herausgegeben, die Sie hier downloaden können. Auf Anfrage senden wir Ihnen diese Broschüre gerne in größerer Anzahl zu.

Vereinbarkeit Beruf und Familie

Die europäische Metropolregion Nürnberg will familienfreundlichste Wirtschaftsregion werden

Familienfreundlichkeit ist - gerade auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten - im Wettbewerb der Regionen ein wichtiger Standortfaktor. Im Rennen um die besten Köpfe hat diejenige Region die Nase vorn, die Fachkräften nicht nur attraktive Karrierechancen, sondern auch ein familienfreundliches Umfeld bieten kann.

Die Europäische Metropolregion Nürnberg hat diese Herausforderung erkannt und will mit Hilfe des Bundesfamilienministeriums, der Bertelsmann Stiftung und wichtigen Akteuren in der Region zur familienfreundlichsten Wirtschaftsregion Deutschlands werden. Das Projekt beschreibt folgende zentrale Ziele für die Region:

  • Mehr Unternehmen engagieren sich für eine tragfähige Balance von Privat- und Berufsleben

  • Wirtschaftsnahe Einrichtungen und Kommunen erweitern ihre Unterstützungsprogramme und ihre Infrastruktur

  • Regionale Akteure schaffen Transparenz über Angebote rund um das Thema "Familie und Arbeitswelt"

Karin Dittrich-Brauner, P.f.O. GmbH, moderiert die Projektgruppe, die diese anspruchsvollen Ziele formuliert hat und nun an der Umsetzung arbeitet.

Weitere Projektinformationen der Bertelsmann Stiftung finden Sie hier.

„Job and Family“

Den Wiedereinstieg nach einer Auszeit erfolgreich gestalten

Viele Frauen und auch Männer übernehmen neben ihrer Berufstätigkeit die Pflege von Angehörigen und / oder die Betreuung der Kinder. Dies kann zu einer Belastung führen, die u.U. negative Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit im Berufsleben hat.

Das Wiedereinstiegsprogramm richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach der Elternzeit bzw. nach der Pflegezeit von Angehörigen und beinhaltet 3 Coaching-Gruppen-Bausteine à ½ Tag. Zwischen den beiden Bausteinen liegen idealer Weise ca. 6 Wochen.

Die 3 Themen- Module richten sich an der Work-Life-Balance-Theorie aus (1. „Die eigene Person“, 2. „Das soziale Umfeld“, 3. „Das berufliche Umfeld“). Durch den modularen Aufbau können die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmer berücksichtigt werden. Schwerpunkte in den Bausteinen ist der Austausch über die individuellen Lebensumstände, die Beleuchtung des sozialen Umfelds und der Abgleich der Erwartungen zwischen dem Arbeitgeber und den TeilnehmerInnen.

Anhand der Work-Life-Balance-Idee werden die aktuellen Problemfelder aber auch die Potenziale in der persönlichen Situation identifiziert und operationalisierbar. Die gesammelten Themen werden priorisiert und anhand von verschiedenen Methoden (z.B. Rollenspiel, Fallsupervisionen, Übungen u. ä.) bearbeitet.

Die Coaching Module folgen einem roten Faden aus den Work-Life-Balance Theorien.

  • Der erste Baustein „Die eigene Person“ hat als Schwerpunkt die Auseinandersetzung mit der eigenen Person unter verschiedenen Perspektiven. Hierbei sind Fragestellungen bzgl. des Energiehaushaltes, des Rollenverständnisses und der eigenen Grenzen im Fokus.

  • Der zweite Baustein „Soziales Umfeld“ fokussiert auf die Person in ihrem sozialen Umfeld und das Zusammenspiel von Unterstützung annehmen und einfordern aus dem Umfeld.

  • Der dritte Baustein „berufliches Umfeld“ beschäftigt sich mit dem Abgleich der Erwartungen des Unternehmens an die Mitarbeiter und der Erwartungen der Mitarbeiter an das Unternehmen. Hier sind Themen wie die eigene Vermarktung, Verhandlungsprozesse mit dem Vorgesetzen aber auch die eigene Bereitschaft zur Leistungserbringung im Fokus.

Das gemeinsame Bearbeiten der von den TeilnehmerInnen eingebrachten Fälle erhöht die Problemlösekompetenz praxisrelevant und unterstützt den Netzwerkgedanken.

 
 

Prozessvorschlag zum Umgang mit dem demografischen Wandel