9. Kongress für Wirtschaftspsychologie

Die Musik “Spiel mir das Lied vom Tod” schallte in voller Lautstärke über die Flure des Veranstaltungshotels. Diese ungewöhnliche Intro läutete den Vortrag „Change-Management-Sounding-Board – eine “(ohn-)mächtige” Methode in Change-Prozessen?“ im Rahmen des 9. Kongresses für Wirtschaftspsychologie (18.-19.05.2012 in Potsdam) ein.

 

Eberhard Dittmann, Berater und Gesellschafter bei der P.f.O. Beratungsgesellschaft und Jörg Stark, Leiter Personalentwicklung der Basler Gruppe Deutschland stellten das gemeinsam begleitete Projekt einem zahlreich erschienenen Fachpublikum vor.

In dem 45minütigen Beitrag wurde der Einsatz eines Change-Management-Sounding-Boards (CMSB) innerhalb eines einmaligen Change-Prozesses in der deutschen Versicherungswirtschaft vorgestellt.

Das CMSB wurde in allen drei Phasen des Change-Projektes eingesetzt:

Phase I: Zwei Tochterunternehmen werden unter Führung einer der beiden Töchter “unfreiwillig” fusioniert. Eine Tochter muss dafür aufgespalten werden. Der Change ist durch Verunsicherungen, Anfeindungen und hohe emotionale Betroffenheit gekennzeichnet. Der Change-Prozess ist noch wenig gestaltet und Veränderungsstrukturen sind noch nicht vorhanden.

Phase II: Entflechtung eines Unternehmens in zwei Einheiten. Der Einsatz des CMSB ist wichtiges Steuerungsinstrument in dem Prozess. Dabei ist ein Vorstand Treiber, Repräsentant und Kommunikator. Die Beteiligten im Sounding-Board ergreifen die Initiative.

Phase III: Das “Zusammenführen” der beiden Tochterunternehmen in einen Konzern. Die Rolle des CMSB wandelt sich: Der CEO übernimmt die Verantwortung/Leitung. Die Zusammensetzung und Themen im CMSB ändern sich. Diese spannende Phase ist noch im vollen Gange.

Das Change-Management-Sounding-Board ist kein Tool und kein Instrument. Aber was ist es dann? Darf es so etwas wie eine Nebenhierarchie geben? Werden Verantwortlichkeiten nicht an falscher Stelle lokalisiert?

Eberhard Dittmann und Jörg Stark beantworteten diese Fragen, berichteten über den Prozess, die Arbeitsweisen, Erfolgskriterien und Fallstricke. Deutlich klar wurde, wo die Chancen und Risiken eines CMSB in einem großflächigen Veränderungsprozess liegen. Des Weiteren wurden die Auswirkungen auf das Gesamtsystem beleuchtet. Daneben wurde auch noch ein kleiner Blick auf kreative Formen innerhalb des Change-Management-Sounding-Boards geworfen.

PDF der Vortragspräsentation (1,3 MB)