Fehlerkultur auf die Bühne bringen – das Format FuckUp Night

„Aus Fehlern lernt man!“ – diesen Spruch zur Kultur des Scheiterns zitieren wir schon lange. Wie sieht es jedoch mit der wahren Mentalität der „zweiten Chance“ aus? Im Vergleich zu anderen Ländern befindet sich die deutsche Fehlerkultur noch in den Kinderschuhen – ganz im Sinne „Wenn man etwas macht, dann richtig!“. Und wenn nicht, sprechen wir beinahe schon von einer Todsünde – wenn überhaupt darüber gesprochen wird.

Das Format im Original „FuckUp Nights“ (FuckUp = etwas „versauen“) kommt überraschender Weise nicht aus den USA, sondern aus Mexiko City. Es hat sich in mittlerweile über 54 Ländern verbreitet und findet jährlich weit über 200.000 Besucher. FuckUp Nights gelten als derzeit global aktivste Bewegung von Schöpfern und Innovatoren.

Die „FuckUp Night“ bringt neuen Schwung in die vorliegende Fehlermentalität und zeigt, dass mit dem Thema Scheitern auch ganz anders umgegangen werden kann. Im Bühnensetting teilen Unternehmensgründer, Führungskräfte und Mitarbeitende ihre Geschichte über das eigene Scheitern. Die Stories dauern 5 bis 15 Minuten und haben folgende Struktur:

  • Was ist falsch gelaufen?
  • Welche Fehler habe ich gemacht?
  • Was habe ich daraus gelernt?
  • Was mache ich seitdem anders?

Wir als PfO haben Erfahrung mit dem Format gesammelt und erfolgreich im konservativen Umfeld umgesetzt. Das Format lebt vom Storytelling, daher ist es sehr wichtig, gute Storyteller zu identifizieren, welche offen und selbstbewusst auftreten können. Abseits vom klassischen Konferenzraum kann eine ungewohnte Umgebung, wie ein innovativer coworking space zu einer unterstützenden Atmosphäre beitragen. Im Zuge unserer langjährigen Erfahrung mit der Gestaltung interaktiver Großgruppenformate ist es uns gelungen, über die Storyteller hinaus die Interaktion mit den Veranstaltungsteilnehmern herzustellen, was den Austausch über die Fehlerkultur noch weiter intensiviert hat. In der Auseinandersetzung mit dem Format wurde uns deutlich, dass dieses neben dem charakteristischen Storytelling flexibel umgestaltet werden kann, dazu gehört beispielsweise der Name. Der Name „FuckUp“ kann ein Hindernis sein – deshalb gibt es viele Möglichkeiten, den Namen auf die Vorstellung der Organisation anzupassen.

Ganz im Sinne von „practice what you preach“, pflegen wir bei der PfO den proaktiven Austausch von Fehlern und was daraus gelernt wurde. Anhand unserer internen und externen Erlebnisse wurde eines deutlich – auch wenn wir häufig von offener Fehlerkultur sprechen: Es gehört immer noch Mut dazu, Scheitern auf die Bühne zu bringen.