Studienfach Sozialkompetenz

Unsere Gesellschafterin und Beraterin Carmen Windisch hat aktuell viel mit Studierenden zu tun. Wir haben nachgefragt, was dahinter steckt.

Carmen, du bietest in diesem Semester Veranstaltungen in der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) an. Was ist das für eine Hochschule?

Ich bin für „StudiumPlus“ in Wetzlar tätig, das duale Studienprogramm der THM. Das Besondere an „StudiumPlus“: es ist ein vollwertiges Hochschulstudium plus Berufserfahrung. Die Studierenden sind an der THM immatrikuliert und haben gleichzeitig einen Studienvertrag mit Partnerunternehmen aus der Region.

Wer ist dort deine Zielgruppe?

Meine Veranstaltung richtet sich an Studierende des Bachelor-Studiengangs BWL, Fachrichtung Mittelstandsmanagement – das sind also potenzielle Führungskräfte der Zukunft.

 

Der Titel der Vorlesung und Übung lautet „Sozialkompetenz 1“. Was bringst du den Studierenden bei?

Die Studierenden erhalten einen Überblick über soziale Kompetenzen, die sie als zukünftige Führungskräfte benötigen – von Kommunikation über Präsentationstechniken, Moderationskompetenzen bis hin zu Zusammenarbeit im Team. Ich arbeite mit den rund 20 Studierenden im Workshop-Format: Damit erleben sie Moderation „live“ und sind an der Erarbeitung vieler Inhalte aktiv beteiligt. Außerdem erbringen die Studierenden eine Präsentation als Leistungsnachweis  – die perfekte Möglichkeit, theoretische Inhalte und praktische Umsetzung auch hier zu verknüpfen.

Wie viel Sozialkompetenz bringen die Studierenden schon mit?

Schon ziemlich viel. Ich war in den ersten Wochen echt positiv überrascht. Ein Beispiel hierfür: Die Ergebnisse einer Kleingruppenarbeit zur Frage, worauf es bei Feedback ankommt, können sich sehen lassen.  Gleichzeitig waren die Studierenden auch in der praktischen Umsetzung schon recht fit: Sie formulierten Feedbacks für eigene tatsächlich erlebte Beispiele nach dem bewährten Dreiklang „Wahrnehmung/Wirkung/Wunsch – www.feedback.de” und probierten es in Mini-Simulationen direkt aus. (Z.B.: Wie gebe ich einem Kollegen Rückmeldung, der sich in einer gemeinsamen Projektarbeit aus meiner Sicht zu wenig einbringt?)

Auch die Selbstpräsentationen in kleinen Teams gleich in der ersten Veranstaltung waren durchweg sehr souverän, gleichzeitig lebendig und kreativ. Auf dieser guten Basis gibt es – wie bei gestandenen Führungskräften – dennoch ausreichend Potenzial für weitere Professionalisierung.

 

Wie hoch ist das Interesse an den Veranstaltungen?

Trotz Pflichtveranstaltung ist viel ernsthaftes Interesse spürbar – die Studierenden beteiligen sich sehr aktiv und setzen kleine Tipps sofort und nachhaltig um.

 

Du arbeitest in Trainings und Coachings vorwiegend mit Führungskräften in großen Unternehmen, hier mit Studierenden. Gibt es da „Synergie-Effekte“?

Zunächst mal ist es natürlich eine Umstellung, eine andere Zielgruppe als Führungskräfte oder langjährige Mitarbeiter in Unternehmen zu beraten. Und gleichzeitig macht das genau den Reiz für mich aus. Ich schätze den Wechsel zwischen den Arbeitswelten und hier kann ich mich schon früh mit meinen Erfahrungen in die Entwicklung der Nachfolge-Generation von Führungskräften einbringen. Gleichzeitig nehme ich viele Impulse dieser „Nachfolge-Generation“ mit in die Unternehmen.

 

Ist es das erste Mal, dass du in der Ausbildung von Studierenden tätig bist?

Nein, das mache ich bereits seit über 10 Jahren. Ich war an verschiedenen Fachhochschulen und Akademien tätig. Aktuell bin ich neben „StudiumPlus“ noch für die Hochschule für Polizei und Verwaltung (HfPV) in Gießen tätig. Gleichzeitig engagiere ich mich regelmäßig in der Weiterbildung von Nachwuchswissenschaftlern – Doktoranden und Postdocs der TU Darmstadt.

 

Vielen Dank für den Einblick in dein „Hochschulleben“!